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 Fr. 13.6.03      

19.30 Uhr
Mit Synchrotronstrahlung auf den Spuren berühmter Maler und Zeichner

Reihe "Chemie der Kunst" der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), des Hahn-Meitner-Instituts (HMI) Berlin und des Rathgen-Forschungslabor SMB.

Silberstiftzeichnungen gehören zu den wertvollsten Schätzen graphischer Sammlungen. Sie wurden vor allem in der Renaissance kreiert und sind durch eine sehr feine und präzise Linienführung gekennzeichnet. Über die chemische Zusammensetzung der Zeichnungen konnte bisher keine Aussage getroffen werden, da die Künstler nur hauchdünne Spuren von Silber auf speziell präpariertem Papier aufgebracht hatten. Die Empfindlichkeit der Zeichnungen ließ es nicht zu, Analysen schadensfrei durchzuführen. In jüngster Zeit wurde eine neue hochsensitive zerstörungsfreie Untersuchungsmethode, die Röntgenfluoreszenzanalyse mit Synchrotronstrahlung, für die Untersuchung von Kunstgegenständen entdeckt. Diese chemische Analyse mittels Synchrotronstrahlung, einer besonderen Form der Röntgenstrahlung, wie sie auch beim Berliner Synchrotron BESSY zur Verfügung steht, weist das vom Künstler verwendete Material nach und führt zu einem besseren Verständnis der Alterungsprozesse. Frau Dr. Ina Reiche, Wissenschaftlerin am Centre de Recherche et Restauration des Musées de France in Paris, wird die ortsaufgelöste Synchrotron-induzierte Röntgenfluoreszenzanalyse (Sy-RFA) allgemeinverständlich erklären. Insbesondere wird sie die Leistungsfähigkeit der Methode anhand präziser Charakterisierung von Silberstiftzeichnungen Albrecht Dürers (1471-1528) und Jan van Eycks (ca. 1395-1441) aufzeigen. Darüber hinaus wird Frau Dr. Reiche über neueste Weiterentwicklungen der Methode zur Tiefenanalyse berichten und die Ergebnisse ihrer Untersuchungen von Malschichten indischer Moghul-Miniaturen präsentieren.

Dr. Ina Reiche
(Centre de recherche et de restauration des musées de France (CRRMF), Paris)
 

  : Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung  
     


 
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