English | Deutsch















      
 Fr. 17.10.03      

19.30 Uhr
10.000 Jahre Metallhandwerk - Seine Erschließung durch chemische Analyse

Reihe "Chemie der Kunst" der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), des Hahn-Meitner-Instituts (HMI) Berlin und des Rathgen-Forschungslabor SMB.

Die Verwendung von Metallen lässt sich bis in das 8. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen, wie Funde von Kupferwerkzeugen aus dem nördlichen Mesopotamien belegen. In den folgenden Jahrtausenden wurden aus Kupfer Waffen, Alltagsgeräte und Schmuckgegenstände hergestellt. Reiche Funde, zunächst aus dem Vorderen Orient und Anatolien sowie aus Südosteuropa, die dem 6. Jahrtausend v. Chr. zugeschrieben werden, zeigen die Verbreitung dieses Metalls. Aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. sind aus dem Vorderen Orient die ältesten Zinnbronzen, einer Legierung aus Kupfer und Zink, bekannt, die sich aufgrund ihrer besseren Eigenschaften zu einem gebräuchlichen Werkstoff entwickelten. Ab dem ersten Jahrtausend v. Chr. wurde Blei als weiterer Legierungsbestandteil des Kupfers angewandt, wodurch die Materialeigenschaften der Bronze beträchtlich verbessert werden konnten. Die Entdeckung des Herstellungsprozesses von Messing, bestehend aus Kupfer und Zink, im 1.Jahrhundert v. Chr. war die nächste Stufe in der Entwicklung des Metallhandwerks. Von der Antike bis ins Mittelalter wurden nun Messing und Bronze für die Herstellung von Münzen, Gefäßen, Statuetten und Schmuckgegenständen verwendet, wobei Messing gegenüber Bronze immer öfter den Vorzug erhielt. Der Materialanalyse kommt bei der archäologischen und kunstgeschichtlichen Betrachtung von Metallfunden die wichtige Aufgabe zu, die Metalle und ihre Legierungen zu charakterisieren. Die genaue Kenntnis ihrer Zusammensetzung, d. h. der Gehalte an Haupt- und Nebenelementen, trägt entscheidend dazu bei, den Stand der Metalltechnik einer bestimmten Zeit zu definieren und die technischen Fähigkeiten der kulturgeschichtlichen Epochen zu beschreiben. Das Rathgen-Forschungslabor, an dem in den vergangenen Jahren ca. 30.000 Metallanalysen kulturgeschichtlicher Objekte durchgeführt und in einer Datenbank archiviert wurden, leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Herr Prof. Dr. Josef Riederer, Leiter des Rathgen-Forschungslabors, wird an Beispielen zeigen, wie die Herkunft der Erze bestimmt, Informationen über Handel und die wirtschaftliche Entwicklungen gewonnen und etwa die Erscheinung der Münzentwertung durch eine Verschlechterung des Münzmetalles nachgewiesen werden können.

Prof. Dr. Josef Riederer
(Rathgen Forschungslabor Berlin)
 

  : Kunstgewerbemuseum Berlin Staatliche Museen zu Berlin  
     


 
Museumsinformation Berlin: 030-24 74 98 88
Kontakt