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 Fr. 31.10.03      

19.30 Uhr
Streifzüge mit dem mobilen Röntgenlabor durch die Museen

Reihe "Chemie der Kunst" der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), des Hahn-Meitner-Instituts (HMI) Berlin und des Rathgen-Forschungslabor SMB.

Bei der Untersuchung von Alter, Herkunft und Echtheit von Kunstgegenständen kommt der Materialanalyse eine zentrale Bedeutung zu. Insbesondere die zerstörungsfreien Verfahren ohne Probenentnahme rücken immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Gefördert mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums wurde an der Technischen Universität Berlin (TUB) in enger Kooperation mit Gerätebaufirmen ein transportables Mikro-Röntgenfluoreszenz-Spektrometer (mRFA) speziell für den Einsatz im Museumsbereich entwickelt. Es erlaubt die simultane quantitative Bestimmung der Elemente von Natrium bis Uran in je nach Element unterschiedlicher Empfindlichkeit vom Makro- bis in den Spurenbereich. Objekte beliebiger Größe können hierbei mit hoher lokaler Auflösung (Spots von 80 – 100 mm Durchmesser) analysiert werden, so dass auch das Studium feiner Zeichnungsdetails möglich wird. Prof. Dr. Jörn Müller, Professor für Analytische Chemie an der Technischen Universität Berlin, untersuchte mit dieser elementspezifischen Methode Maleremails aus Limoges, für deren Grundmaterialien, Glas und Metall, keine direkten Verfahren der Altersbestimmung zur Verfügung stehen. Durch Analyse von mehr als 160 Objekten aus verschiedenen Sammlungen wurde eine Datenbank erstellt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine recht sichere Unterscheidung zwischen Maleremails aus der Renaissance und späteren Nacharbeiten des 19. Jahrhunderts möglich ist. Herr Prof. Müller wird in seinem allgemeinverständlichen Vortrag auch zeigen, dass sich die von ihm präsentierte Methode generell zur Elementanalytik an Oberflächen, also beispielsweise auch zur Untersuchung von anorganischen Pigmenten in Gemälden eignet.

Prof. Dr. Jörn Müller
(Chemiker / TU Berlin, Institut für Chemie)
 

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